Winterschützenfest 2011
100 Jahre alt und doch in Wirklichkeit so jung wie nie zuvor, so präsentierte sich am 19.02.2011 die Sankt Sebastianus Schützenbruderschaft Gimborn anlässlich Ihres traditionellen Winterschützenfestes im Festzelt neben der Turnhalle Jahnstraße in Marienheide.

Bereits vor Beginn der Veranstaltung stand fest, dass 450 Eintrittskarten und somit alle Sitzplätze ausverkauft waren. Allein diese Tatsache lässt erahnen, dass das Winterschützenfest Gimborn heute mit zu einem der erfolgreichsten Karnevalsevents im Oberbergischen gehört. Eine 100-jährige Karnevalstradition, und das als Schützenverein, wer kann das heute schon vorweisen? Wenn man bedenkt, dass die ersten Veranstaltungen über viele Jahre im Saal des Schlosshotels Gimborn, danach in der Mehrzweckhalle Berghausen, in der Turnhalle Jahnstraße sowie in den vergangenen zwei Jahren im Festzelt Jahnstraße gefeiert wurden, dann könnte man sicherlich über diese Historie ein Buch verfassen.

Wie vor ungefähr 100 Jahren marschierte dann zu Beginn der Veranstaltung der Königshof unter dem Motto “Hof von Preußen” ein. Dass das Königspaar Timo und Elfrun Fuchs auch filigrane Tanztechniken beherrschten, bewiesen Sie dann im darauffolgenden Tanz zum “Preußenlied”. Die festlichen Kostüme und das gelungene Motto ließen dann auch eine Ahnung aufkommen wie es sich wohl in den Anfängen des Winterschützenfestes zugetragen haben musste.
Der Vorsitzende Stefan Meisenberg begrüßte neben den zahlreichen Ehrengästen unter anderem den Conferencier des Abends Sebastian Heimes. Dieser führte, das sei an dieser Stelle bereits vorweg genommen, in gewohnt humorvoller und sicherer Art und Weise durch das Programm. Nicht nur aus diesem Grunde hofft natürlich die gesamte Bruderschaft, dass Sebastian Heimes in dieser Funktion wenigstens die nächsten 25 Jahre erhalten bleibt.

Das auch Familienväter durchaus in der Lage sind akrobatische Tanzaufführungen zu präsentieren, bewiesen dann die Dancing-Daddys aus Frielingsdorf. Wie schon in den Jahren zuvor beeindruckten sie erneut durch Ihre Tanzvielfalt und heizten den Zuschauern somit gleich zu Anfang der Veranstaltung mächtig ein.

Um das leibliche Wohl bemüht, vornehmlich um die Getränke, war dann im Anschluss Oli der Köbes. Bei den vorgetragenen Geschichten des täglichen Lebens aus Olis Kneipe und dem ganz alltäglichen Wahnsinn des Lebens blieb kein “Auge trocken”.

In lustiger Art und Weise zeigte dann im Anschluss das Schnäuzer-Ballet die Dellbröcker Boore aus Köln, dass man keine Pferde benötigt und auch kein Tanzmariechen um einen Mariechentanz zu präsentieren. Sie zeigten in beeindruckender Weise, dass sie bei ihren tänzerischen Darbietungen beides ersetzen können.

Manni der Rocker, hinter diesem Namen steckt ein bekannter Schauspieler und Kabarettist aus Düsseldorf, hielt dem Publikum gekonnt “den Spiegel vor”, frei nach dem Motto, jeder soll an jemanden erinnert werden den er kennt, vielleicht sogar an sich selbst. Auf diese Art und Weise strapazierte er auf kabarettistische Art die Lachmuskeln der Zuschauer und wusste als Büttenredner zu brillieren.

Wer mit dem Namen “Dä Engelbäät” bisher noch nichts anfangen konnte, dem wird spätestens nach diesem Winterschützenfest dieser Name in Erinnerung bleiben. Fetzige Karnevalsschlager wusste “Dä Engelbäät” auf seinem Saxophon zu präsentieren, so dass es wirklich keinen auf seinem Stuhl gehalten hätte. Ein Feuerwerk an “guter Unterhaltungsmusik” wurde gekonnt abgebrannt. Die Folge war natürlich eine Reihe an Zugaben die das vollbesetzte Zelt zum kochen brachten.


Anschließend ließen es sich natürlich das Dreigestirn KG Närrische Oberberger sowie die Schlossgarde Engelskirchen nicht nehmen, dem Gimborner “Partyvolk” seine Aufwartung zu machen.

Die Infinity-Steps, sechs junge Mädchen aus Hülsenbusch, nutzten ihre Chance um mit einer fetzigen Showeinlage zu gefallen.

Aber auch Profis wussten im Anschluss zu brillieren. Gigantisch was die Fauth Dance Company darzubieten hatte. Die Fauth Dance Company zählt zu den besten Showballett-Ensembles Deutschlands und ist in der Lage, fast jedes Tanz-Genre zu bedienen. Die Präzision, das Talent und die Ästhetik der einzelnen Darsteller waren absolut herausragend.

Aber auch die sogenannten “Eigengewächse” sollten nun noch ihre Chance erhalten. Sieben Männer als sieben Zwerge verkleidet kamen auf die Bühne und ließen in der Folge einen musikalischen Rückblick durch die vergangenen 100 Jahre Revue passieren. Die Zwerge mit den Namen Meisi, Silberpüdelchen, Brülli, Money, Money-two, Stift und Griffel, stellten sich als die Schützenbrüder des Vorstands heraus. Eine Bühnenshow mit Evergreens von “Mein kleiner grüner Kaktus” bis hin zu “Sie liebt den DJ” wurden als “Reise durch die Jahrzehnte” vorgetragen.

Nach diesen routinierten Schlagerstars lag die Messlatte für die Tanzgarde Rot-Weiß Engelskirchen natürlich sehr hoch, die diese jedoch mit all ihrer Routine zu nehmen wusste. Akrobatische und hervorragend einstudierte Tänze wurden gekonnt vorgetragen, so dass selbst nach vielen Stunden Programm die Begeisterung ungebrochen war und sich jeder fragte ob das dargebotene noch zu überbieten sei.

Und es ging, denn was der Gimborner Karneval im Bereich der Eigengewächse vorbringen kann, ist wohl weit über die Landesgrenzen hinaus sensationell. So führten fünf Mädels als “Jierker Mädels” aus Jedinghagen unter dem Motto “Totgeglaubte leben länger” eine Bühnenshow der Extraklasse auf. Die Grazie und der Anmut dieser “älteren Damen”, die in verschiedenen Outfits Tanzkünste aus Dirty Dancing sowie als Funkenmariechen im Karneval präsentierten, war atemberaubend.

Doch eins stand natürlich noch aus. D E R Auftritt der Jungschützen. Tim Heide alias “Daniela Katzenberger” erzählte dem gespannten Publikum zunächst von ihrer neuen Diät und wie ihr der Tanz “Zumba” geholfen hatte “10 kg vom Po an die Möpse zu bekommen”.

Die Mexikanische Musikgruppe (Sänger Uli Potthoff) heizte allen erst einmal richtig ein, bevor dann die Tanzgruppe der Jungschützen den Zumba-Tanz aufführte. Die Bühnenshow der 23 auftretenden Jungschützen war wie gewohnt phänomenal.

Ein besonderer Dank galt Katja Lüdenbach-Rixgens, David Potthoff und Olli Mülling für die Unterstützung bei der Choreografie. Für das sensationelle Outfit und die Kostüme waren Bärbel Riedel, Andrea Heide, Susanne Schorde und Marlies Potthoff verantwortlich. Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle noch an den Sportpalast Lindlar, der es den Jungschützen möglich machte kostenlos im Vorfeld zu diesem Event zu proben.

Beim abschließenden, großen Finale galt der Dank noch einmal allen auftretenden “Eigengewächsen”, Helfern und Schützenbrüdern, die den Erfolg anlässlich dieses Jubiläums möglich gemacht haben. Bis in die frühen Morgenstunden wurde ausgelassen und fröhlich mit SAM-Tanzmusik gefeiert. Auch SAM verstand es in gewohnt einzigartiger Art und Weise nach fast sechsstündigem Programm keine Langeweile aufkommen zu lassen. So war es bis zum Schluss schwer auf der vollbesetzten Tanzfläche noch eine “Lücke zu finden”.

























